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Blog zum Deutschlandlauf 2019      

23.08.2019: Etappe 6

Gestern Abend gab es noch ein kleines Beben, gleich sieben (7) Läufer/innen haben den Deutschlandlauf abgebrochen bzw. erklärt das sie ab morgen nicht mehr laufen werden. Bei mir sah zu dem Zeitpunkt noch alles ganz gut aus. Ich hatte keine ungewöhnlichen Schmerzen und war auch der Ansicht, das ich nun richtig im Lauf angekommen bin. Man benötigt immer ein paar Tage bis man sich an die Belastung und den neuen Tagesablauf gewöhnt hat.

In der Nacht bin ich schon mit Schmerzen im Fuß aufgewacht und habe danach auch sehr schlecht geschlafen.

Da die heutige Etappe fast 80 km hatte, war der Start schon für 5 Uhr angesetzt und somit hätte mein Wecker mich um 4 Uhr wecken sollen, wenn ich denn nicht schon wach gewesen wäre. Nach dem aufstehen konnte ich sofort sehen woher die Schmerzen gekommen sind. Mein Sprunggelenk war extrem angeschwollen. Um in die Laufschuhe zu kommen, musste ich diese erst einmal soweit wie möglich aufmachen und mich dann vorsichtig einlaufen, bzw. gehen.

Für den 5 Uhr Start, war vom Veranstalter eine Stirnlampe und Warnweste (wurden beim Briefing verteilt) bis zum VP1 vorgeschrieben. Direkt nach dem Start ging es mit vielen Abbiegungen direkt durch Sulingen, hier war aber wirklich super markiert und es war auch im Stirnlampenlicht alles gut zu finden. Wegen meinem geschwollenen Sprunggelenk habe ich direkt ab dem Start etwas langsamer gemacht. Was mich aber wunderte, Läufer die sonstig in meinem Umfeld oder sogar nach dem Start zuerst vor mir gelaufen sind, haben mich nicht überholt.

Bei den kühlen Temperaturen am morgen, ist es mir sehr schwer gefallen meine Muskulatur und meine Gelenke auf Betriebstemperatur zu bringen. Entsprechen starke Schmerzen hatte ich im Sprunggelenk. Erst irgendwann nach dem VP 1 war die Sonne soweit aufgegangen und die Temperatur soweit angestiegen, das ich langsam auch in Betriebstemperatur gekommen bin. Trotzdem bin ich mit meinem ruhigen Tempo weitergelaufen, hatte dafür aber deutlich weniger Schmerzen. Ganz Schmerzfrei war ich aber den ganzen Lauf nicht.

Bis kurz hinter VP2 verlief die Laufstrecke die ganze Zeit auf Radwegen neben Bundes- Landesstraßen. So ab ca. km 30 ging es dann weiter über kleine Kreisstraßen. Trotz meiner langsamen Pace (ca. 7:00) musste ich da schon die ersten Gehpausen machen. Verwundert war ich nur, das mich von hinten immer noch keiner überholte. Etwas später wurden aus den Kreisstraßen dann kleine Nebenstraßen und die Umgebung wirkte sehr Ländlich. Das war wirklich sehr schön, aber ich war durch meine Schmerzen sehr in mich gekehrt und konnte das nicht so richtig genießen.

Die Kilometer gingen ins Land und meine Pace wurde immer schlechter und von hinten kam immer noch niemand. Irgendwann waren wir dann im Osnabrücker Land und hatten nur noch ca. 25 km vor uns. Nun ging es wieder viel über Radwege und ab dem letzten VP bei km 69 ging es dann viel durch den Wald.

Mir ging es bis zum Ende nicht wirklich gut und ich kann es immer noch nicht verstehen, das mich niemand eingeholt hat. Schließlich habe ich für die 78,5 km 9:34 h benötigt und bin damit unglaublicher dritter geworden.

Vom Wetter her, war es heute schon etwas zu warm, die Temperatur ist auf 27 Grad gestiegen und morgen soll es sogar bis 29 Grad werden.

Nun versuche ich mich etwas zu erholen und hoffe, das es meinem Sprunggelenk morgen wieder etwas besser geht, schließlich haben wir morgen wieder 86 km vor uns. Insgesamt sind in den ersten Tagen sowieso sehr viele lange Etappen zu laufen. Liegt der Durchschnitt beim Deutschlandlauf eigentlich bei 70 km, so sind in den Tagen 2 - 8 im Schnitt 80 km zu laufen.


22.08.2019: Etappe 5

Auf der 5. Etappe ging es von Rotenburg (Wümme) nach Sulingen. Mit knapp 74 km ist die Etappe zwar auch etwas länger als der Durchschnitt, aber trotzdem eine der kürzesten der ersten Woche.

Bis Verden ging es 27 km auf einem Radweg an der B215 entlang (27km) an der B215 entlang.

Heute waren die VPs 2,4 und 5 durch örtliche Unterstützer besetzt, somit hatten unsere Helfer heute etwas Zeit für andere Sachen und wir trafen mal auf neue Gesichter.

Der VP 2 war dann heute durch Peter Böhm (Deutschlandlauf finisher 2017) und seinem Sohn Timo besetz.

Ab Verden verlief die Strecke dann auf kleinen Nebenstraßen und führte durch viele kleine Ortschaften.

Bei km 49 hatte ich dann heute auch meine erste Hundeattacke, ein größerer Mischling lief knurrend auf mich zu und hat mich dann umrundet. Die Hundehalterin war aber ganz entspannt und meinte nur "Bleiben sie einfach stehen, der will nur schauen". Meine Antwort an die gute Dame möchte ich hier jetzt lieber nicht wiederholen.

Insgesamt lief es bei mir ab km 45 nicht mehr ganz so Rund, aber das ging wohl den meisten so. Für die 73,9 km habe ich dann 7:58 h benötigt und bin damit sogar noch dritter geworden.

Gestern sind noch zwei weitere Läufer ausgestiegen und heute auch einige, es bleibt zu befürchten das dies nicht die letzten sind.

Der meistgehörteste Fachbegriff hier das böse Wort mit dem S = "Shin Splints" oder zu Deutsch "Schienbeinkantensyndrom". Jeder Etappenläufer kennt es und jeder Etappenläufer fürchtet es.

Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Knochenhaut im unteren bis mittleren Abschnitt des Schienbeins. Die Knochenhautentzündung am Schienbein zählt gerade bei den Etappenläufen zu den klassischen Läuferseuchen. Ein weiterlaufen, ja sogar das gehen ist nur unter Schmerzen möglich. Die gute Nachricht ist aber, dass es meistens nach ein paar Tagen wieder besser wird und dann ganz verschwindet. Mich selber hat es vor einigen Jahren in Tschechen auch mal erwischt.

Morgen stehen dann wieder fast 80 km auf dem Plan.


21.08.2019: Etappe 4

Gestern Abend beim Briefing haben wir erfahren das einer der Solo-Läufer ausgestiegen ist. Es bleibt zu befürchten das dies nicht der letzte Teilnehmer ist, der die Zugspitze nicht erreicht. Beim letzten Deutschlandlauf sind ein drittel der Teilnehmer nicht bis zum Ziel auf der Zugspitze gekommen. Erfahrungsgemäß steigen die meisten Teilnehmer zwischen den Tagen 3 und 8 aus. Natürlich kann einem auch danach noch mal etwas passieren (Verletzungen, Infekte usw.), das sind aber in Summe meistens viel weniger als in der ersten Hälfte des Wettkampfes.

Als ich heute morgen zum Frühstück gegangen bin, war es in der Halle noch dunkel. Es waren aber schon alle aufgestanden und das Frühstück stand auch schon bereit. Also im halbdunkeln das Frühstück zubereiten und im WoMo essen. Später beim Start war das Licht dann aber an.

Der Lauf begann dann so wie der Lauf gestern aufgehört hat, Ampeln, Ampeln, Ampeln ...

Wir liefen dann in Richtung St. Pauli und Davidswache um dann zum bereits renoviertem Teil des alten Elbtunnels zu kommen. Im Juni bin ich hier den Elbtunnelmarathon gelaufen, damals sind wir mit dem Fahrstuhl in den Elbtunnel gefahren und dort unseren Marathon gelaufen. Heute müssen mussten wir die Treppe nehmen um die 24 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Nachdem wir die Elbe in der 426 m langen Röhre unterquert hatten, ging es die 24 Höhenmeter wieder rauf.

Elbe in der 426 m langen Röhre unterquert hatten, ging es die 24 Höhenmeter wieder rauf. Als wir wieder draußen waren haben wir auch gleich eine Markierung der wie folgen wollten gefunden, da meinte einer aus unserer Gruppe, wurde nicht gestern beim Briefing gesagt, dass wir einmal um das Gebäude laufen sollen und das dort die Verpflegung steht? Richtig, das wurde gesagt, aber die Markierungen geht vom Gebäude weg. Wir sind dann erst einmal rum um das Gebäude und da waren auch Pfeile und der VP. Das Problem war wohl, das die Läufer durch den linken Tunnel gelaufen sind (der Rechte Tunnel wird ja gerade renoviert) und dann natürlich die linke Treppe hoch sind und somit den linken Ausgang genommen haben. Oliver ist beim markieren mit den Fahrstuhl hochgefahren und hat dann den rechten Ausgang genommen und ab da weiter markiert. Vor zwei Jahren sind die Läufer durch den rechten Tunnel gelaufen, weil der linke damals gerade Renoviert wurde. Die Markierungen gingen dann einmal um das Gebäude zum VP und auf der linken Seite vom Gebäude zurück auf die Strecke. Daher konnte man wenn man den linken Ausgang genommen hat, gleich die Markierungen nach dem VP sehen.

Nach dem VP ging es kurz durch den Hafen und dann weiter durch Hamburg und natürlich weiter mit Ampeln, Ampeln und Ampeln. Bis zum VP 2 bei km 25 hatte ich schon 27 rote Ampeln gesammelt. Ab dem VP 2 ist die Strecke schnell erklärt, 50 km auf dem Radweg neben der B75 entlang. Eine weitere Überraschung gab es für mich dann am VP 4, dort wartete Dietrich auf mich. Er war gerade auf der letzten Etappe von seiner Radtour, in der letzten Woche ist er noch durch Northeim gefahren und heute treffe ich ihn auf seiner letzten Etappe.
Für die 78,5 km habe ich heute 8:30 h benötigt und bin damit fünfter geworden.

Für morgen stehen knapp 74 km auf dem Plan, somit seit Sylt die kürzeste Etappe.


20.08.2019: Etappe 3

Tag 3, heute führte uns der Weg nach Hamburg. Mit 77 km ist die Strecke zwar um 10 km kürzer als gestern, aber immer noch 7 km länger als der Streckendurchschnitt, welcher bei 70 km liegt.

Gestern Abend beim Briefing teilte uns Oliver noch mit, das die Streckenmarkiererin aus Gesundheitlichen Gründen vorerst ausfällt. Somit wird Oliver in den nächsten Tagen die Strecke selber markieren, daher wurden wir heute von den Zeitnehmern auf die Reise geschickt.

Da die Strecke kürzer als 80 km ist, wurde wieder um 6 Uhr gestartet. Ich hatte meinen Wecker auf 5 Uhr gestellt, aber diesmal brauchte ich in nicht, da ich 10 Minuten vorher sowieso aufgewacht bin.

Für die 77,1 km habe ich 7:50 h gebraucht und bin damit wieder vierter geworden, auch in der Gesamtwertung bin ich nun auf dem 4. Platz.

Auch heute war die Strecke flach und einfach zu laufen. Ab Bad Bramstedt ging es dann auch für 33 km nur gerade aus an einer Bundesstraße lang. Auf den letzten km hatte ich eine Rotphase, insgesamt hatte ich 11 rote Ampeln. Im Regelwert des Deutschlandlaufes heißt es dazu: "Eine Missachtung der deutschen Straßenverkehrsordnung führt zur sofortigen Disqualifikation des Läufers. Beispiel: Missachtung einer roten Ampel - ganz gleich ob bewusst oder unbewusst; ob in der Großstadt oder auf dem Dorf."

Bezogen auf die gesamte Laufzeit beim Deutschlandlauf werden die roten Ampeln aber sicherlich am Ende nicht wirklich etwas ausmachen und die Sicherheit geht nun einmal vor.
Das Wetter war heute eigentlich super, der erste Tag ohne Regen und wir hatten sogar viel Sonne, ohne das es wirklich zu heiß war.

Für morgen stehen dann wieder knapp 80 km auf dem Plan und vom Wetter her soll es auch wieder sehr gut werden.


19.08.2019: Etappe 2

Die heutige Etappe führt und von Enge-Sande nach Jevenstedt. Mit fast 89 Kilometer sollte das die längste Etappe beim Deutschlandlauf 2019 werden. Wurde sie dann aber nicht. Da eine der geplanten Baustellenumleitungen nicht mehr gelaufen werden musste, waren es am Ende nur 87 km. Wie gestern schon angekündigt, war der Start heute wegen der Etappenlänge eine Stunde früher, also schon um 5 Uhr. Bei den Starts um 5 Uhr, ist in der Halle immer schon um 3:30 Uhr wecken. Ich habe mich für etwas mehr Schlaf entschieden und den Wecker auf 4 Uhr gestellt, das ist wirklich ein großer Vorteil vom Wohnmobil. Ein Nachteil ist natürlich, das einen keiner weckt, wenn man den Wecker nicht hört. Wegen der Lärm vom Sportplatz, bzw. Vereinsheim, habe wir uns gestern Abend mit Oropax zum schlafen gelegt und da der Handywecker vom Klingelton auf Harfe eingestellt war, kann es schon mal 10 Minuten dauern bis man wach wird.

Zum Glück hatte ich meine Sachen alle schon am Vortag geordnet und bereitgelegt, so das ich pünktlich zum Start fertig war. Organisation und Zeitmanagement sind bei so einem Mehrtageslauf sowieso ein ganz wichtiges Thema. Wenn man seine Sachen nicht vernünftig sortiert hat, vertrödelt man viel Zeit mit suchen und dann kommt es immer wieder mal vor, das man zwar rechtzeitig aufsteht, aber trotzdem bis zum Start nicht fertig ist und deswegen dem Feld hinterherlaufen muss.

Die heutige Etappe war zwar komplett flach und so wie man sie im Norden erwarten würde, viele lange gerade Straßen oder Radwege, mit wenig Verkehr und Leuten, dafür viele Kühe und natürlich Wind. Das Wetter war auch so wie man es im Norden erwarten würde ...

Der Höhepunkt der heutigen Etappe (außer den Verpflegungspunkten) war bei km 80, als wir Rendsburg den Nord-Ostsee-Kanal mittels längster Rolltreppe Deutschlands und Untertunnelung unterquert haben

Für die 87 km habe ich heute 8:43 h benötigt und bin damit vierter in der Tageswertung geworden. Nach meinem 8. Platz von gestern, also mein zweiter Platz in der Top 10.


18.08.2019: Etappe 1

Die erste Etappe unterscheidet sich deutlich von den folgenden Etappen. Zum einen, haben wir ja in Husum übernachtet und mussten erst noch zum Startort fahren und zum anderen haben wir heute eine geteilte Etappe. Geteilt deswegen, weil wir zuerst 27,6 km auf der Insel Sylt gelaufen sind, dann mit dem Zug auf das Festland übersetzen und die restlichen 25,4 km bis nach Enge-Sande gelaufen sind.

Wecken war heute bereits um 4:00 Uhr. Nach einem kurzen Frühstück ging es dann für alle Teilnehmer um 5:30 Uhr zu Fuß zum Bahnhof. Um 6:00 Uhr sind wir dann mit dem Zug nach Westerland (Sylt) gefahren. Hier sind wir in einen Reisebus umgestiegen, dieser hat uns dann ziemlich nahe an den Strand von Ellbogen gebracht. Die Presse und einige Schaulustige waren auch Vorort, so wurden natürlich entsprechen viele Fotos gemacht. Nach einer kurzen Ansprache von Oliver und der Taufe mit dem Nordseewasser, startet das Abendteuer Deutschlandlauf 2019 pünktlich um 8:20 Uhr.

Der erste Kilometer (bis zum Leuchtturm) geht es durch Sand und daher gleicht das mehr einer geselligen Wanderung als einem Wettlauf. Am Leuchtturm hatten wir die Möglichkeit unsere Schuhe vom Sand zu befreien und Sachen abzugeben, die uns in das Zwischenziel gefahren werden.

Die Strecke auf Sylt ist überwiegend flach und gut zu laufen, bei km 17 war der einige Verpflegungspunkt (VP) für dieses Teilstück. Danach verläuft die Strecke einige Kilometer ziemlich dicht an der Küste entlang, bevor wir dann bei km 27,6 den Bahnhof in Morsum und damit unser erstes Zwischenziel erreicht hatten. Hier hatten wir noch einmal die Möglichkeit uns zu Verpflegen und konnten unsere Tasche (die wir am Leuchtturm abgegeben haben) wieder in Empfang nehmen.

Mit dem Zug ging es dann nach Klanxbüll, also auf das Festland. Es standen drei mögliche Zugverbindungen zur Verfügung (11:30 Uhr, 12:30 Uhr oder 14:30 Uhr), ich bin dann zusammen mit den schnelleren Läufern mit dem Zug um 11:30 Uhr gefahren. Am Bahnhof in Klanxbüll könnten wir dann unsere Tasche wieder abgeben und sind zum zweiten Teil der Etappe gestartet. Der zweite Teil der Etappe besteht zum Teil aus kilometerlangen geraden, die sich aber trotzdem sehr gut laufen lassen. In Niebüll bei Kilometer 12 war dann der Verpflegungspunkt (VP) für den zweiten Etappenteil.

Für die 53 Kilometer der erste Etappe habe ich 5:24 benötigt und bin damit voll in meinem Plan. In den nächsten Tagen werden die längeren Etappen immer um 5 Uhr gestartet und die kürzeren Etappen starten eine Stunde später, also um 6 Uhr. Da wir morgen mit fast 89 Kilometer die längste Etappe vor uns haben, heißt das also früher aufstehen.

Vor zwei Jahren gab es beim Deutschlandlauf noch zwei Startgruppen, die schnelleren Läufer sind immer eine Stunde später gestartet. In diesem Jahr hat Oliver vorher eine Umfrage unter den Teilnehmern und Helfern gemacht. Da sich die Mehrheit für eine Startgruppe ausgesprochen hat, heißt es morgen für alle schon sehr früh aufstehen


17.08.2019: Anreise / Eröffnung

Gestern Abend haben wir noch das Wohnmobil von der Vermietung abgeholt und schon eingerichtet und beladen.

Heute Morgen ging es dann los nach Husum. Husum ist zwar nicht der Startpunkt des Deutschlandlaufes, aber der Treffpunkt für alle Läufe und auch der erste Übernachtungsort. Wir sind heute Morgen um 7 Uhr in Northeim gestartet. Die Anreise verlief ohne nennenswerte Probleme, so dass wir schon um 12 Uhr in Husum angekommen sind. Natürlich waren wir nicht die ersten, einige bekannte Gesichter hatten sich bereits im ersten Übernachtungsquartier eingefunden. Einige der Teilnehmer habe ich schon seit einem Jahr nicht mehr gesehen und so gibt es natürlich viel zu erzählen.
Von 13 - 15 Uhr findet die Einweisung der Helfer statt und ab 15 Uhr öffnet dann die Startnummernausgabe.

Um 15:45 Uhr dann die erste Pflichtveranstaltung, dazu hieß es in einer Infomail:
"allgemeines Briefing /Anwesenheitspflicht! Ohne Briefing kein Start. Wer das Briefing verpasst und später anreist, bekommt nach dem Abendessen ein persönliches Briefing. Kosten pro Person 30,-Euro."

Für 16:30 Uhr ist dann ein Vortrag von dem Deutschlandlauf Finisher Günter Liegmann geplant. Um 18:30 Uhr folgt dann das erste gemeinsame Abendessen im Husumer Altstadtlokal "Tante Jenny".

Um 20:45 Uhr ist dann das Briefing für die erste Etappe, da am Sonntag bereits um 4 Uhr wecken angesetzt ist, fällt die erste Nacht schon mal etwas kürzer aus. Da die meisten von uns aber sowieso aufgereckt und ausgeruht sind, wird das wohl nichts ausmachen.


16.08.2019: Unterstützung / Erreichbarkeit

Während des Deutschlandlaufes möchte ich ja diesen Blog weiterschreiben und ich freue mich über jeden der Regelmäßig meine Seite besucht und natürlich besonders über Rückmeldungen. Für öffentliche Rückmeldungen (was also jeder lesen kann) habe ich hier ein Gästebuch eingerichtet, darüber kann mir jeder Grüße senden oder Rückmeldungen geben.

Für Nachrichten oder Kommentare die nicht jeder lesen soll, habe ich hier ein Kontaktformular eingerichtet. Die darüber eingehenden Nachrichten werde ich natürlich auch täglich lesen, auch wenn ich nicht versprechen kann während des laufes jede Nachricht zu beantworten.

Den einen oder anderen werde ich sicherlich auch mal auf der Strecke treffen, sei es als Tagesstarter oder auch als Besucher.


15.08.2019: Ernährung

Öfter wurde ich schon gefragt, ob ich mich wegen des vielen Laufens besonders ernähre. Normalerweise ist meine Antwort nein, ich esse das worauf ich Appetit habe, bzw. meldet mein Körper mir schon (z.B. durch Heißhunger) was er haben möchte. Bei so einer langen Mehrfachbelastung wie dem Deutschlandlauf, sieht das schon etwas anders aus. Mein täglicher Energiebedarf (inkl. Grundumsatz) wird bei durchschnittlich 7.000 kcal liegen. Da ich morgens vor dem laufen nur eine Kleinigkeit frühstücke und mittags auf der Strecke bin, bleibt nur der Nachmittag / Abend um den größten Teil der Kalorien zu sich zu nehmen. Als ich 2013 beim TranseGaule die 1.200 km in 19 Tagen gelaufen bin, habe ich damals 4 kg abgenommen und das obwohl ich alles was nur möglich war gegessen habe. Da mir dies Problem aber durchaus bekannt ist, habe ich in den letzten Tagen während des Taperns bewusst viele Kalorien zu mir genommen um etwas Brennstoff für den Deutschlandlauf einzulagern.


14.08.2019: Ausrüstung

Eigentlich sollte man denken, dass wenn man schon so viel gelaufen ist wie ich, dass man alles an Ausrüstung besitzt oder mindestens schon mal getestet hat. Im Großen und Ganzen ist das sicherlich auch so, da es aber immer wieder Veränderungen an den Produkten gibt und ich bei so einer langen Mehrfachbelastung nicht mit ganz alten Sachen (die dann vielleicht irgendwann zwischendrin ausfallen) losfahren wollte, habe ich in den letzten Monaten viel getestet und meine Laufausrüstung einen update unterzogen. Neben der Ausrüstung für die Tage 1 bis 18 benötigt man für die 19 Etappe eine ganze Menge zusätzliche Pflichtausrüstung (langarmiges Oberteil, winddichte Jacke, lange Laufhose, Handschuhe, Rettungsdecke usw.), so das ich mich entschieden habe, zwei verschiedene Laufrücksäcke einzupacken.


13.08.2019: Tapering

Tapering, also das ausruhen vor dem Wettkampf fällt mir normalerweise immer schwer, nachdem die Wochen davor immer viel Zeit für das Training eingeplant war, hat man nun auf einmal die Zeit über und die könnte man gut für ein extra Training benutzen, was ja aber nicht Sinn des Tapering ist. Idealerweise sollte man die letzten zwei Wochen sein Training deutlich runterfahren und den Körper die benötigte Ruhe gönnen, damit man am Tag X komplett ausgeruht an den Start geht.

Anfang August haben Sylke und ich noch den 2. Rügentriple organisiert (3 Marathons auf der Insel Rügen an drei Tagen), für mich stand schon vorher fest, dass dies meine letzte Mehrfachbelastung vor dem Deutschlandlauf sein sollte und das da langsam gelaufen wird, maximal im Starttempo vom Deutschlandlauf, besser noch langsamer. Nachdem ich das gut umsetzen könnte fing für mich das Tapering an.

Dadurch das ich in den letzten Monaten so viel Zeit für das Training und Alternativtraining aufgewendet habe, sind bei mir einige Sachen liegen geblieben und die letzten Tage vor den Tapering habe ich mich schon richtig gefreut etwas Zeit zu haben um diese Sachen abzuarbeiten und die letzten Vorbereitungen für den Deutschlandlauf treffen zu können.


12.08.2019: Alternativtraining

Schon zu Beginn der Vorbereitung war mir klar, dass ich nicht so viel mehr Trainingsläufe absolvieren muss als sonst, sondern in meiner Vorbereitung auch viel Wert auf das Alternativtraining legen muss. Bei Alternativtraining denken viele gleich an Fahrradfahren und schwimmen, was ich beides ab Januar auch ausgiebig betrieben habe, so bin ich in diesem Jahr schon mehr als 1.500 km mit dem Rad gefahren und mehr als 60 km geschwommen. Am wichtigsten waren mir aber die bei den meisten Läufern verhassten Trainingseinheiten des Athletiktraining, des Lauf ABC sowie die Dehnübungen. Insgesamt habe ich in diesem Jahr sehr viel Zeit in die verschiedenen Trainingseinheiten gesteckt, gerade in den Hauptvorbereitungsmonaten (April - Juli) hat mir häufig die Zeit gefehlt um mich um andere Dinge zu kümmern. Am Ende habe ich mich schon richtig auf den 5. August gefreut, den ab da begann für mich das Tapering (Reduktion des Trainingsumfangs vor einer großen Ausdauerbelastung.), so dass ich etwas Zeit habe um mich vor dem Deutschlandlauf noch um einige liegen gebliebene Sachen zu kümmern. Aber zum Thema Tapering schreibe ich morgen etwas.


11.08.2019: Vorbereitungen

Da ich ja das ganze Jahr über Marathons und Ultras laufe und dabei auch immer wieder kleine Serien wie zum Beispiel die 2-Länderserie dabei sind, musste ich für meine Grundlagenausdauer nicht so viel trainieren. Trotzdem habe ich mir für den Deutschlandlauf einen speziellen Trainingsplan erstellt und soweit wie möglich eingehalten. Dabei standen ab dem Monat April mehr die Umfänge als das Tempo im Vordergrund. Natürlich habe ich mein Training auch auf den zu erwartenden Untergrund angepasst, daher habe ich die meisten Trainingseinheiten auf Radwegen und Nebenstraßen durchgeführt.

Hier eine Übersicht meiner Laufkilometer von Januar bis Juli.


10.08.2019: Vorbereitungen

Ende August 2017 hat Oliver bereits den Deutschlandlauf 2019 ausgeschrieben, ab diesem Zeitpunkt habe ich mich gedanklich mit der Teilnahme beschäftigt. Ab dem Frühjahr 2018 stand dann fest das ich teilnehmen werde. Am 18.08.2018, also genau ein Jahr vor dem Start der ersten Etappe habe ich mich dann angemeldet und auch mit der umfangreichen Vorbereitung begonnen. Trotz meiner Erfahrung mit Etappenläufe, habe ich beschlossen, dass ich nichts als gegeben ansehe und alles auf dem Prüfstand stelle. Da ich einige der Teilnehmer und Helfer vom Deutschlandlauf 2017 kenne, habe ich als erstes Kontakt zu denen aufgenommen und mich ausgiebig informiert, schließlich ist ja doch jeder Lauf irgendwie anders. Anschließende habe ich dann verschiedene Sachen (Ausrüstung, Verpflegung usw.) getestet. Sehr gut geeignet war dazu dann auch der Schwarzwaldlauf im September 2018 und der MUM im Juli 2019. Aber auch außerhalb dieser beiden Mehrtagesläufe haben sich immer wieder Möglichkeiten gefunden das eine oder andere zu testen sowie neue Erfahrungen in der Vorbereitung einfließen zu lassen. Insgesamt habe ich mehr als 100 Stunden für die ganze Vorbereitung (ohne Training) benötigt. Darin ist aber natürlich auch der Programmieraufwand für diese Website enthalten.


09.08.2019: Erfahrung

Beim Deutschlandlauf werden sich Etappenlauf-Neulinge mit alten Hasen treffen. Einige der Teilnehmer waren schon vor zwei Jahren beim Deutschlandlauf mit am Start und wissen daher ganz genau was sie machen. Ich selber bin zwar noch keine Etappe vom Deutschlandlauf mitgelaufen, trotzdem zähle ich mich aber zu den erfahrenen Teilnehmern. Bis zum heutigen Tag habe ich an 19 Etappenläufen teilgenommen, hier eine Übersicht der Läufe. Der längste davon war der Transe Gaule in Frankreich, hier sind wir in 19 Tagen knapp 1.200 km gelaufen. Genau wir beim Deutschlandlauf wird das ganze Land von Nord nach Süd durchquert und die Übernachtungen finden in Turnhallen statt. Trotz meiner Erfahrung habe ich großen Respekt vor dem Deutschlandlauf und das ist auch gut so, den das kann vor Fehler schützen. Mit Durchschnittlich etwa 70 km pro Tag ist der Deutschlandlauf schon kein einfacher Etappenlauf, zusätzlich zu den hohen Durchschnittsumfängen kommt der Umstand, dass an den Tagen 2 bis 8 jeden Tag ca. 10 km über den Durchschnitt gelaufen werden müssen. In dieser Zeit laufen wir also Durchschnittlich 80 km pro Tag.


08.08.2019: Sonderseite zum DLL

Heute in 10 Tagen startet die erste Etappe vom Deutschlandlauf 2019 (DLL2019), aus diesem Grund habe ich ab heute diese Sonderseite freigeschaltet. In diesem Blog werde ich nun versuchen täglich über den Deutschlandlauf zu berichten. In den nächsten Tagen werde ich täglich etwas zu meiner Vorbereitung, Training und Ausrüstung schreiben. Ab dem 17. August (Anreisetag) bin ich dann unterwegs. Sollte ich da dann mal einen Tag nichts berichten, dann kann dies auch an einer fehlenden Internetverbindung liegen. Im Großen und Ganzen bin ich aber zuversichtlich, dass ich täglich (vielleicht manchmal auch zweimal am Tag) von Unterwegs berichten werde.

 

Michael Kiene

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